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Was sind Tenside?
Tensid-Grundlagen

Wie grenzflächenaktive Stoffe wirken, welche Klassen es gibt und was ein gutes Tensid von einem sehr guten unterscheidet.

Ein Tensid mag zwei Welten gleichzeitig. Ein Molekülende zieht Wasser an, das andere Öl. Genau diese Doppelnatur erklärt, warum eine einzige Stoffklasse Wäsche reinigt, Cremes stabilisiert, Pflanzenschutzmittel auf Blättern verteilt und Pigmente in Farben dispergiert. Wer Tenside versteht, versteht auch, warum manche Rezepturen 5 % Aktivsubstanz brauchen und andere nur 0,5 %.

Struktur
Hydrophiler Kopf, hydrophober Schwanz
Kennzahl
Kritische Mizellbildungskonzentration (CMC)
PureSurf CMC
80,7 ppm (NEXOVANT)
Klassen
Anionisch, nichtionisch, kationisch, amphoter

So wirkt ein Tensidmolekül

Jedes Tensid ist amphiphil: Eine wasserliebende (hydrophile) Kopfgruppe sitzt auf einem wasserabweisenden (hydrophoben) Schwanz, meist einer Kohlenwasserstoffkette. Im Wasser wandern diese Moleküle an die Grenzfläche zur Luft und richten ihre Schwänze aus dem Wasser heraus. Dadurch sinkt die Oberflächenspannung, und Wasser benetzt einen fettigen Teller, statt daran abzuperlen.

Ist die Grenzfläche gesättigt, lagern sich weitere Moleküle zu Mizellen zusammen: kugelförmige Aggregate mit den Schwänzen im Inneren und den Köpfen zum Wasser. Öl, Fett und hydrophobe Verschmutzungen lösen sich in diesen Kernen und werden mit dem Spülwasser abtransportiert.

  • Benetzung: Die Oberflächenspannung sinkt, die Flüssigkeit breitet sich aus.
  • Emulgierung: Öl und Wasser bleiben stabil vermischt.
  • Solubilisierung: Hydrophobe Substanzen lösen sich im Mizellkern.
  • Schaumbildung: Die dünnen Flüssigkeitsfilme zwischen Luftblasen bleiben stabil.

Warum die CMC über die Dosierung entscheidet

Die kritische Mizellbildungskonzentration ist der Punkt, ab dem sich Mizellen bilden. Unterhalb der CMC sitzt ein Tensid vor allem an Grenzflächen, oberhalb beginnt die eigentliche Reinigungs- und Löseleistung. Eine niedrigere CMC bedeutet volle Leistung bei geringerer Aktivkonzentration.

Diese eine Kennzahl bestimmt Kosten, Verpackungsgewicht und Umweltlast. Die PureSurf-Plattformchemie erreicht CMC-Werte bis 80,7 ppm, bis zu 10× niedriger als die fossilen Referenzprodukte, bei bis zu 8× niedrigerer Grenzflächenspannung. Praktisch heißt das: dasselbe Reinigungsergebnis mit kleinerer Dosis.

Die vier Tensidklassen

Tenside werden nach der Ladung ihrer Kopfgruppe eingeteilt. Jede Klasse bringt ein eigenes Verhältnis aus Waschkraft, Mildheit, Schaum und Verträglichkeit mit, weshalb reale Rezepturen meist zwei bis drei Klassen kombinieren.

AnionischNegativ geladener Kopf. Hohe Waschkraft und Schaum. Sulfate, Sulfonate, Seifen.
NichtionischOhne Nettoladung. Sehr gute Fettlösung, geringe Reizung, hartwassertolerant. Alkylpolyglucoside, Alkoholethoxylate, Aminoxide.
KationischPositiv geladener Kopf. Weichmachend, antistatisch, antimikrobiell. Quartäre Ammoniumverbindungen.
AmphoterLadung abhängig vom pH-Wert. Mild, als Co-Tensid in der Körperpflege. Betaine.

Wie man ein Tensid seriös bewertet

Leistung allein ist keine Entscheidungsgrundlage. Ein Tensid, das hervorragend reinigt, aber an einem Grenzwert zur Gewässertoxizität scheitert, übersteht keine regulatorische Prüfung. Ein mildes Molekül, das die dreifache Dosis braucht, übersteht keine Kostenrechnung. Eine belastbare Bewertung betrachtet Leistung, Sicherheit und Lebensende gemeinsam.

  • Leistung: CMC, Grenzflächenspannung, Schaumprofil, Hartwasser- und Elektrolyttoleranz.
  • Abbaubarkeit: leichte biologische Abbaubarkeit nach OECD 301F, geprüft nach GLP.
  • Toxizität: aquatische EC50 (ISO 11348-3:2007), Algentoxizität, Hautkorrosion (OECD 431), Mutagenität (OECD 471).
  • Herkunft: Anteil erneuerbaren Kohlenstoffs, Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe, palmölfreie Lieferkette.

Was biobasierte Chemie verändert

Die meisten heute eingesetzten Tenside stammen aus Petrochemie oder Palmöl. Beides bringt Risiken mit sich: fossile Preisvolatilität auf der einen Seite, Entwaldung und Zertifizierungsdruck auf der anderen. Biobasierte Tenside aus europäischen Nebenströmen nehmen dieses Risiko heraus, ohne Formulierern schwächere Leistung zuzumuten.

PureSurf synthetisiert seine Moleküle auf der PureSynth-Plattform aus erneuerbaren europäischen Bausteinen. NEXOVANT F Pro zeigt eine 14× geringere und NEXOVANT F Eco eine 57× geringere Gewässertoxizität als konventionelle Aminoxid-Referenzen (EC50, Aliivibrio fischeri, ISO 11348-3:2007, 30 min, GLP), bei leichter biologischer Abbaubarkeit nach OECD 301F.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Tensid und Waschmittel?

Ein Tensid ist eine einzelne Molekülklasse. Ein Waschmittel ist eine fertige Rezeptur, die meist mehrere Tenside sowie Builder, Enzyme, Lösemittel und Additive enthält.

Wofür steht CMC?

Für kritische Mizellbildungskonzentration: jene Konzentration, ab der sich Mizellen bilden. Eine niedrigere CMC bedeutet Leistung bei geringerer Dosis. PureSurf NEXOVANT erreicht 80,7 ppm.

Sind alle biobasierten Tenside biologisch abbaubar?

Nein. Biobasiert beschreibt die Kohlenstoffquelle, biologische Abbaubarkeit das Verhalten am Lebensende. Beides ist unabhängig voneinander, deshalb prüft PureSurf die Abbaubarkeit separat nach OECD 301F unter GLP.

Testen Sie die Chemie in Ihrer eigenen Rezeptur

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Spin-off aus einem EIC Transition Projekt (Fördervereinbarung #101058142). Die geäußerten Ansichten sind ausschließlich jene der Autor:innen und spiegeln nicht notwendigerweise jene der Europäischen Union oder des European Innovation Council wider. Die PureSurf FlexCo hat zudem aws PreSeed Förderung vom BMIMI erhalten.